Social-Media-Marketing: Das Katz-und-Maus-Spiel mit jungen Gästen

Die verlorene Jugend: Facebook und Instagram verlieren Marktanteile. Foto: Oatawa/iStock/Getty Images
Redaktion 05.05.2021 AKTUELLES  |  News

Bei Nutzern zwischen 16 und 19 Jahren verliert die Plattform Facebook an Beliebtheit – auch auf Instagram sinken die Marktanteile. Bei Nutzern ab 30 Jahren ist hingegen ein Aufwärtstrend zu spüren. Gefragt sind daher neue Social-Media-Strategien und ein wachsamer Blick, rät Experte Dr. Roland Heintze. 

Über alle Altersgruppen hinweg kann sich Facebook auf niedrigem Niveau stabilisieren – doch unter den 16- bis 19-Jährigen setzt sich der Abwärtstrend der vergangenen Jahre fort. Nur rund 32 Prozent der befragten Altersgruppe nutzen die Plattform derzeit. 2021 bricht auch bei Instagram nach Jahren des Wachstums erstmals der Marktanteil unter den ab 16-Jährigen ein. Das zeigen die Ergebnisse des aktuellen Social-Media-Atlas 2021 der Hamburger Kommunikationsberatung Faktenkontor und des Marktforschers Toluna, für den 3.500 Internet-Nutzer repräsentativ befragt wurden.

Ü-30-Netzwerk
Bei Nutzern zwischen 30 und 39 Jahren konnte Facebook hingegen um drei Prozentpunkte zulegen. In dieser Generation ist der Dienst derzeit am erfolgreichsten: Drei von vier Befragten nutzen Facebook – mehr, als in jeder anderen Zielgruppe. Zum Vergleich: Bis 2014 hielten die 16-bis 19-Jährigen diesen Wert. In höheren Altersklassen zeigt sich hingegen kaum Bewegung: Bei der Altersgruppe zwischen 40 und 49 Jahren nutzen 65 Prozent der Befragten Facebook (+1 Prozent), zwischen 50 und 59 Jahren sind es 61 Prozent (+2 Prozent), ab 60 Jahren 45 Prozent (-1 Prozent).

Facebook allein ist keine Social-Media-Strategie
Die „Überalterung“ der Nutzer setzt sich fort: „Die anhaltend schwindende Akzeptanz unter Teenagern und Twens zeigt – Facebook taugt nicht mehr als Universallösung in der Social-Media-Kommunikation", sagt Dr. Roland Heintze, Geschäftsführender Gesellschafter des Faktenkontors. Um alle Zielgruppen zu erreichen, hilft die Identifizierung und Beobachtung der jeweils bevorzugten Kanäle sowie die passende Bespielung. „Gerade für die Jüngsten ist das nicht Facebook", weiß Heintze.

Instagram-Nutzung: Absturz bei Jüngeren
Insgesamt kann Instagram seine Marktposition zwar weiterhin ausbauen: 46 Prozent aller Befragten ab 16 Jahren nutzen die Plattform. Und die Nutzung steigt auch in fast allen Altersgruppen – bis auf eine: die 16 bis 19-Jährigen. Bei den Jüngsten bricht der Marktanteil nach Jahren durchgehenden Wachstums um elf Prozent ein. Die Teenager fallen damit hinter die 20 bis 29-Jährigen mit 82 Prozent als Altersgruppe mit der größten Affinität zu Instagram zurück.

Hase-und-Igel-Spiel
Die aktuelle Nutzerentwicklung bei Instagram ähnelt auffällig der bei Facebook im Jahr 2015, stellt Dr. Roland Heintze fest. In beiden Fällen steigen die Marktanteile unter den Älteren noch an, stürzen bei den Teenagern aber bereits ab. „Bei der Jagd nach der lukrativen und strategisch wichtigen jüngsten Zielgruppe ist Facebook als Unternehmen in einem ewigem Hase-und-Igel-Spiel mit kurzen Zyklen gefangen. Keine Lösung wird je dauerhaft sein", so Heintze. Der Kampf um den Spitzenplatz in der Social-Media-Nutzung der Jüngsten werde nach Heintze rund alle sechs Jahre unter neuen Wettstreitern ausgetragen. „Und solange Facebook Killer-Apps für Teenager nicht wieder selbst entwickelt, wird es sie immer weiter zukaufen müssen, um vorn dabei zu bleiben und auf Dauer nicht den Anschluss zu verlieren", so das Fazit des Experten.


ÜBER DEN SOCIAl-MEDIA-ATLAS
Der Social-Media-Atlas erfasst seit 2011 jährlich auf Basis einer repräsentativen Umfrage die Nutzung Sozialer Medien in Deutschland und dient Unternehmen als Grundlage zur strategischen Planung ihrer Social-Media-Aktivitäten. Der Social-Media-Atlas wird von der Beratungsgesellschaft Faktenkontor und dem Marktforscher Toluna in Kooperation mit dem IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung herausgegeben.