BUND-Umfrage: Verbraucher fordern verbindliche Kennzeichnung der Tierhaltung

Verbraucherinnen und Verbraucher wünschen sich mehr Orientierung: Eine klare, staatlich geregelte Kennzeichnung der Tierhaltungsform fehlt bislang sowohl im Supermarkt als auch in der Gastronomie. Foto: NatissimaiStockGetty Images
Redaktion 16.01.2026 AKTUELLES  |  News

Eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zeigt: 70 Prozent der Menschen in Deutschland sprechen sich für ein einheitliches, staatliches Tierhaltungskennzeichen aus – und das nicht nur im Supermarkt, sondern auch in der Gastronomie. Die Ergebnisse offenbaren ein deutliches Misstrauen gegenüber den zahlreichen derzeit existierenden Labels.

Laut der vom Meinungsforschungsinstitut Civey durchgeführten Befragung lehnt fast die Hälfte der Teilnehmenden (46 Prozent) die aktuellen Kennzeichnungssysteme ab, bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 29 Jahren sinkt das Vertrauen auf nur 16 Prozent. Viele empfinden die Vielzahl an privatwirtschaftlichen Labels als intransparent und verwirrend. Der sogenannte „Labeldschungel“ sorge für Unsicherheit beim Einkauf und erschwere eine fundierte Entscheidung für tiergerechter erzeugte Produkte.

„Die aktuelle Bundesregierung verschleppt das in der letzten Legislatur beschlossene Gesetz immer weiter. Dabei will die Mehrheit der Verbraucher*innen eine staatliche, transparente Kennzeichnung. Es müssen schnellstmöglich die erforderlichen Maßnahmen ergriffen werden, um die Haltungsbedingungen der Tiere in der Landwirtschaft transparent zu machen. Dringend müssen dabei alle Verzehrwege vom Supermarkt bis zur Außer-Haus-Verpflegung in Kantinen und Restaurants einbezogen werden“, erklärt Olaf Bandt, Vorsitzender des BUND.

Gesetz liegt auf Eis – Kritik an verschobener Einführung

Zwar wurde bereits in der vergangenen Legislaturperiode ein Gesetz zur staatlichen Tierhaltungskennzeichnung beschlossen, in Kraft treten sollte es 2025. Doch der Starttermin wurde von der Bundesregierung auf den 1. Januar 2027 verschoben. Aus Sicht des BUND ein fatales Signal. Bandt fordert einen umfassenden, EU-rechtskonformen Gesetzentwurf zur Verbesserung des bestehenden Rahmens. Nur so lasse sich die Einführung noch fristgerecht umsetzen.

„Wir brauchen schnellstens einen umfassenden, EU-rechtskonformen Gesetzentwurf zur Verbesserung des bestehenden Gesetzes – sonst ist die Einführung der Kennzeichnung zum 01. Januar 2027 erneut in Gefahr. Der Minister muss sicherstellen, dass nun zunächst alles umgesetzt wird, was vergleichsweise einfach möglich ist, damit Verbraucherinnen möglichst schnell die gewünschte einheitliche Kennzeichnung erhalten. Verbraucherinnen wollen eine Kennzeichnung auch im Restaurant – dahin sollte die staatliche Kennzeichnung jetzt so schnell als möglich ausgebaut werden. Auch dafür gehen wir morgen gemeinsam mit vielen anderen Organisationen unter dem Motto ‚Haltung zeigen‘ bei der ‚Wir-haben-es-satt‘-Demo auf die Straße.“

Quelle: www.bund.net