Deutsches Tiefkühl-Institut: Mehr Transparenz bei Lebensmittelkennzeichnung

Die Tiefkühlwirtschaft zählt zu den fünf größten Branchen der Lebensmittelindustrie. Laut dti stieg der Verbrauch z. B. von Tiefkühlfisch 2018 um 3,6 Prozent auf 98.985 Tonnen im Vergleich zu 2017. Foto: zozzzzo /iStock/Getty Images
Thomas Klaus23.05.2019AKTUELLES | News

Das Deutsche Tiefkühlinstitut (dti), die Lobby-Organisation der deutschen Tiefkühlwirtschaft, will mit einem „Eckpunktepapier Nährwertkennzeichnung“ die Bundesregierung mit ins Boot holen.

Laut dti seien mehr Transparenz bei Lebensmitteln und die Aufklärung mündiger Bürger ein gemeinsames Ziel. Allerdings verlangt das Deutsche Tiefkühlinstitut von der Politik ein klares Engagement für eine EU-weit einsetzbare sowie mit dem europäischen Recht zu vereinbarende Lösung. Denn der freie Warenverkehr im Binnenmarkt dürfe nicht behindert, Rechtssicherheit müsse geschaffen werden.

Erweiterte Kennzeichnung auf klarer wissenschaftlicher Grundlage

dti-Geschäftsführerin Dr. Sabine Eichner erläutert: „Eine erweiterte Kennzeichnung muss auf einer klaren wissenschaftlichen Grundlage erfolgen und für den Verbraucher verständlich sein. Ein farblich unterstütztes Kennzeichnungsmodell schließen wir nicht grundsätzlich aus.“

Die Entscheidung, die Lebensmittel zu einer ausgewogenen Gesamternährung zu kombinieren, liege in der Verantwortung der Verbraucher. Dabei könne die erweiterte Nährwertkennzeichnung den Verbrauchern nur eine Hilfestellung sein, so die dti-Geschäftsführerin. Digitale Medien sollten ihrer Meinung nach in die Verbraucherkommunikation intensiv eingebunden werden.

Zugleich verweist Dr. Sabine Eichner auf den freiwilligen Branchenbeitrag, den die Tiefkühlwirtschaft zur „Nationalen Strategie zur Reduktion von Zucker, Fett und Salz in Fertigprodukten“ geleistet habe.

Pro-Kopf-Verbrauch von 46,3 Kilogramm

Wenn die Tiefkühlwirtschaft entsprechend handelt, hat das Gewicht. Immerhin zählt diese Branche zu den fünf größten Branchen der Lebensmittelindustrie – und sie wächst weiter: 2018 betrug der Pro-Kopf-Verbrauch wie im Vorjahr 46,3 Kilogramm. Der Durchschnittsverbrauch pro Haushalt in Kilogramm lag bei 93,4 (2017: 92,8).

Im vergangenen Jahr verzeichnete der Absatz von Tiefkühlprodukten in Deutschland ein Wachstum von einem Prozent: Die Gesamtabsatzmenge stieg von 3,730 Millionen Tonnen 2017 auf 3,769 Millionen Tonnen. Der Umsatz erhöhte sich um 2,8 Prozent auf 14,75 Milliarden Euro (2017: 14,34 Milliarden Euro).

Im Außer-Haus-Markt (AHM) wurde der Absatz um 1,8 Prozent auf 1,92 Millionen Tonnen erhöht (2017: 1,89 Millionen Tonnen). Damit wurde der Absatz im Lebensmittelhandel (LEH) und bei den Bringdiensten (HD) von 1,84 Millionen Tonnen übertroffen.

Verlierer sind Pizza und Obst 

Der AHM-Umsatz erreichte einen Wert von 6,77 Milliarden Euro – 3,4 Prozent mehr als 2017 (damals 6,55 Milliarden Euro). Im LEH/BD standen 7,98 Milliarden Euro 2018 den „nur“ 7,79 Milliarden Euro 2017 gegenüber.

Ein genauerer Blick auf die Absatzstatistik verrät, dass Milcherzeugnisse und Süßspeisen mit einem Zugewinn von 4,7 Prozent auf 5.885 Tonnen am stärksten wuchsen, gefolgt von Backwaren mit 4,2 Prozent auf 659.935 Tonnen und Fisch mit einem Plus von 3,6 Prozent auf 98.985 Tonnen.

Die beiden Verlierer-Segmente waren Pizza mit minus 15 Prozent auf 23.394 von 27.523 Tonnen sowie Obst mit minus 10,4 Prozent auf 44.154 statt 49.304 Tonnen. Alle anderen Produktgruppen entwickelten sich positiv.

Für die Zukunft geht Dr. Sabine Eichner weiterhin von erfreulichen AHM-Nachrichten aus. Denn: „Wo Köche, Bäcker und Konditoren fehlen, sind Convenience-Produkte eine gefragte Lösung.“


Weitere Informationen unter: www.tiefkuehlkost.de