Gastronomie in der Krise: Insolvenzen steigen 2025 auf Rekordniveau

Zwischen Kostensteigerungen und Konsumzurückhaltung: Die wirtschaftliche Lage vieler Gastronomiebetriebe bleibt angespannt. Foto: Prostock-Studio/iStock/Getty Images
31.03.2026 AKTUELLES  |  News

Die wirtschaftliche Lage der Gastronomie in Deutschland bleibt angespannt: Die Zahl der Insolvenzen ist 2025 deutlich gestiegen und erreicht den höchsten Stand seit über einem Jahrzehnt.

Wie aus einer aktuellen Analyse der Creditreform Wirtschaftsforschung hervorgeht, mussten im Jahr 2025 rund 2.900 Gastronomiebetriebe Insolvenz anmelden. Das entspricht einem Anstieg von knapp 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr und bedeutet zugleich eine Verdopplung der Fallzahlen seit 2022. 

Insgesamt summieren sich die Insolvenzen in der Branche von 2020 bis 2025 auf 11.252 Fälle. Parallel dazu stellten allein in den Jahren 2024 und 2025 rund 24.500 Betriebe ihren Geschäftsbetrieb ein.

Kosten, Krisen und veränderteres Konsumverhalten belasten die Branche

Als Ursachen nennt Creditreform die Folgen mehrerer Krisen. „Pandemie, Energiekrise und Inflation haben die Gastronomie hart getroffen. Viele Betriebe haben diese Abfolge von Krisen nicht überlebt“, sagt Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung.

Zudem verschiebt sich der Konsum laut Creditreform „immer stärker hin zu Lieferdiensten statt zu klassischen Restaurantbesuchen“.

Finanzlage vieler Betriebe bleibt angespannt

Auch die wirtschaftliche Stabilität vieler Unternehmen ist kritisch. So verfügen 38,7 Prozent der Betriebe über eine Eigenkapitalquote von unter zehn Prozent. Rund 32,0 Prozent arbeiten mit negativen Margen, während weitere 30,0 Prozent nur geringe Gewinne von unter fünf Prozent erzielen. 

„Oft übersteigen die kurzfristigen Verbindlichkeiten die liquiden Mittel. In solchen Fällen besteht ein erhöhtes Insolvenzrisiko. Daher dürfte die Zahl der Insolvenzen 2026 nochmals steigen“, so Hantzsch.

Weitere Entwicklung bleibt kritisch

Sollten sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht verbessern, ist laut Creditreform auch im Jahr 2026 mit weiter steigenden Insolvenzzahlen zu rechnen. Besonders kleine, inhabergeführte Betriebe stehen weiterhin unter Druck.

Quelle: www.creditreform.de