Eine aktuelle Gastronomie-Umfrage zeigt: Gäste in Deutschland erwarten trotz gesenkter Mehrwertsteuer seltener Preissenkungen als von vielen Betrieben angenommen. Gleichzeitig ist die Bereitschaft groß, Lieblingslokale aktiv zu unterstützen.
Eine repräsentative Civey-Umfrage im Auftrag von VistaPrint unter 2.000 Verbraucherinnen und Verbrauchern sowie 201 Gastronomiebetrieben zeigt eine deutliche Wahrnehmungslücke bei der Preisgestaltung: Während 65,2 Prozent der Betriebe davon ausgehen, dass Gäste niedrigere Preise erwarten, bestätigen dies nur 34,9 Prozent der Befragten. Fast die Hälfte (48,6 Prozent) erwartet ausdrücklich keine Preissenkungen.
Preiserwartung und wirtschaftliche Realität
Seit dem 1. Januar 2026 gilt für Speisen in der Gastronomie der ermäßigte Umsatzsteuersatz von sieben Prozent. Mehr als die Hälfte der Betriebe hat darauf reagiert: 55,2 Prozent haben Preise gesenkt oder planen dies, während 43,3 Prozent keine Anpassung vornehmen.
Auf Seiten der Gäste zeigt sich ein differenziertes Bild: 42,4 Prozent haben Verständnis dafür, wenn Preise trotz steuerlicher Entlastung stabil bleiben. Gleichzeitig ist das Bewusstsein für die wirtschaftliche Lage der Branche hoch: 85,6 Prozent der Befragten wissen sehr genau oder haben davon gehört, dass Gastronomiebetriebe in Deutschland erheblichen wirtschaftlichen Belastungen ausgesetzt sind.
Als zentrale Herausforderungen nennen die befragten Betriebe gestiegene Energiekosten (59,7 Prozent), höhere Einkaufspreise (58,7 Prozent), Personalmangel (49,2 Prozent) sowie weniger Gäste (42,8 Prozent). 71,1 Prozent der Gastronominnen und Gastronomen haben in den vergangenen zwölf Monaten grundlegende Veränderungen in ihrem Betrieb erwogen, 18,4 Prozent davon sogar eine Schließung oder einen Verkauf.
„Gäste schauen sehr bewusst auf Preise und achten zugleich auf Qualität. Viele wissen, dass Einkauf, Energie und Personal nicht günstiger geworden sind. Wer ein Lieblingslokal hat, erwartet deshalb nicht zwingend Preissenkungen, sondern dass Handwerk und Handschrift erhalten bleiben. Diese Rückendeckung ist gerade in harten Zeiten ein starkes Signal für die Betriebe“, sagt Spitzenköchin Cornelia Poletto.
Emotionale Bindung und Unterstützung durch Gäste
Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der Gastronomie über das reine Essen hinaus: Für viele Menschen sind Cafés und Restaurants Orte des Genusses (77,9 Prozent), der Begegnung (57,0 Prozent), der Geselligkeit (53,7 Prozent) und des kulturellen Austauschs (43,5 Prozent).
Entsprechend hoch ist die Unterstützungsbereitschaft: 54,2 Prozent würden ihr Lieblingslokal weiterempfehlen, 51,0 Prozent häufiger besuchen und 41,7 Prozent eine positive Online-Bewertung hinterlassen oder das Lokal anderweitig unterstützen, wenn es in Schwierigkeiten gerät.
„Hier zeigt sich viel Zusammenhalt: Gäste und Betriebe stehen nicht in zwei Lagern. Viele Menschen sind bereit, aktiv zu werden, um ihr Lieblingslokal zu erhalten. Aber damit diese Unterstützung ankommt, braucht es vor allem eines: den Mut, offen zu kommunizieren, wenn es eng wird – und die eigenen Stammgäste als Partner zu verstehen. Zeitgleich aber auch den Rückhalt einer starken Interessenvertretung zu nutzen“, sagt Simon Wieck, Landesgeschäftsführer DEHOGA Hamburg.
Initiative „Lokalhelden gesucht“ gestartet
Parallel zur Veröffentlichung der Umfrage hat VistaPrint gemeinsam mit Cornelia Poletto erneut die Initiative „Lokalhelden gesucht“ gestartet, die sich an kleine Gastronomiebetriebe richtet.
Weiterführender Artikel:
Lokalhelden gesucht: Wettbewerb für Gastronomie startet in neue Runde
Quelle: www.vistaprint.de
Datenbasis: Civey im Auftrag von VistaPrint, Februar und März 2026.