Initiative „Europa braucht Helden“: Lebensmittelwirtschaft stärken

Für rund 415.000 Unternehmen und 5,8 Millionen Beschäftigte ist Europa der größte Lebensmittel-Binnenmarkt. Foto: AOK
Redaktion10.04.2019AKTUELLES | News

Freie Grenzen für Personen und Waren, keine Zölle und gleiche Rechtsvorschriften – die deutsche Lebensmittelwirtschaft profitiert in besonderer Weise vom europäischen Binnenmarkt. Deshalb macht sie sich mit der Initiative „Europa braucht Helden“ stark für Europa und seine Institutionen. Alle Unternehmer und Arbeitgeber werden zur Teilnahme an der Wahl zum Europäischen Parlament am 26. Mai aufgerufen.

„EU nicht als Selbstverständlichkeit ansehen“
Auf Initiative von Christoph Minhoff, Hauptgeschäftsführer des Bundes für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) und der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), haben die beiden Verbände gemeinsam mit der Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss (ANG) ihre Mitglieder mobilisiert.  Für rund 415.000 Unternehmen und 5,8 Millionen Beschäftigte ist Europa der größte Lebensmittel-Binnenmarkt und damit die wichtigste Basis für ihre Arbeitsplätze und ihr Einkommen.

Christoph Minhoff erklärt: „Sobald wir in nationale Kategorien verfallen, wird die Welt kleiner und ärmer. Deswegen dürfen wir es nicht einfach mit einem Achselzucken hinnehmen, wenn Länder die EU verlassen oder wenn einseitig internationale Verträge aufgekündigt werden.“ Minhoff betont: „Die aktuellen Entwicklungen müssen uns aufrütteln, denn wir dürfen die EU nicht als Selbstverständlichkeit ansehen.“

Kritik an der EU ist erlaubt, aber …
Die EU habe eine europäische Lebensweise „für uns alle geprägt“, die es zu verteidigen gelte. Das hebt die ANG-Präsidentin Brigitte Faust hervor. Mit Europa sei es der Lebensmittelwirtschaft gelungen, „zukunftsfeste Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen und die Sozialpartnerschaft zu stärken“. Ein Beispiel: In Deutschland konsumieren die Verbraucher pro Jahr 30 Millionen Tonnen Lebensmittel aus EU-Nachbarländern, während sogar 39 Millionen Tonnen deutscher Lebensmittel im europäischen Ausland konsumiert werden.

Namhafte Unternehmen aus Industrie und Handel sowie zahlreiche Fachverbände haben sich bereits an der Initiative beteiligt. Ihre Spitzenleute begründen in persönlichen Stellungnahmen ihre Bekenntnisse zu Europa. So erklärt etwa Olaf Koch, Vorstandsvorsitzender der Metro AG: „Metro treibt in der ganzen Welt Handel, doch im Herzen ist unser Geschäft europäisch. Als Großhändler sind wir in 15 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union aktiv. 80.000 unserer Mitarbeiter kommen aus EU-Ländern. Neun Millionen unserer Kunden sind innerhalb der Europäischen Union ansässig.“

Doch die vergangenen Jahre hätten einen „Mangel an Handlungsfähigkeit der EU offengelegt, so Koch. Die Europäische Union müsse reformiert werden, doch Kritik an ihren Institutionen dürfe „weder zur Aushöhlung noch Ablehnung unserer Gesellschaft und der gemeinsamen europäischen Werte führen“.

www.europa-braucht-helden.de

#EuropasHelden