Kann man den Gast bewerten?

Steffen Sinzinger mit seiner Kolumne Life as a Chef
Steffen Sinzinger13.06.2019AKTUELLES | News

Wir alle wissen, dass Onlinebewertungen das Schicksal eines Restaurants bestimmen können. Der digitale Fußabdruck ist maßgeblich dafür verantwortlich, ob neue Gäste kommen. Und dass nicht jede Online-Kritik immer richtig, sondern teilweise sogar bewusst falsch ist, hat vermutlich jeder schon einmal erlebt. Hinzu kommt, dass Gäste, die reserviert haben, einfach nicht auftauchen und man so teilweise zehn bis 20 Prozent an unbelegten Plätzen verliert.

Das ist ärgerlich und bisher kaum zu handhaben. Warum also nicht dazu übergehen, Gäste ebenfalls zu bewerten? Es ergibt vor allen Dingen dann Sinn, wenn es um kurzfristige Stornierungen, No-Shows oder Gruppen geht, bei denen auf einmal nur die Hälfte an Personen auftaucht. Bereits heute gibt es im Bereich der Hospitality solche Systeme wie Airbnb, wo nicht nur der Gastgeber, sondern auch der Gast bewertet werden. In der Gastrobranche ist es Open Table. Es zeigt bereits heute, wie viele No-Shows ein Gast zum Beispiel verursacht hat. So kann man den Besucher besser einschätzen und gegebenenfalls eingreifen.

Weitere Systeme, welche viel tiefer gehen, sind bereits in der Mache. Sie beinhalten komplexe Bewertungen des Kunden, wie sie sich verhalten haben, Kritik äußerten oder in wieweit sie sonst aufgefallen sind. Es ist ein Bewertungssystem, welches gute Kunden belohnt und die weniger guten gleich als solche erkennt. So kann man den Gästen mit 5 Sternen getrost die besten Plätze im Restaurant geben, während man bei den schlecht bewerteten Kunden Vorsicht walten lassen kann. Hier zeichnet sich für meine Begriffe ein guter Trend im Bereich des Online-Ratings ab.

Ihr Steffen Sinzinger

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