Nestlé Studie „So is(s)t Deutschland 2019“: Ernährungsverhalten ändert sich

Der Stellenwert von Ernährung unterscheidet sich laut der Studie zwischen den Geschlechtern: Für 72 Prozent der Frauen spielt gute Ernährung eine große Rolle, jedoch nur für 58 Prozent der Männer. Foto: ILT
Thomas Klaus04.06.2019AKTUELLES | News

Das Ernährungsverhalten der Menschen in Deutschland hat sich in den letzten zehn Jahren gravierender verändert, als auf den ersten Blick vermutet. „Essen wir in Zukunft alle anders?“, fragt die Nestlé-Studie "So isst Deutschland 2019", die gemeinsam mit dem Institut für Demoskopie Allensbach in Frankfurt am Main vorgestellt wurde.

Befragt wurden hierfür 1.636 Bundesbürger zwischen 14 und 84 Jahren. Deren Aussagen wurden mit den Ergebnissen der ersten Nestlé-Studie aus dem Jahr 2009 verglichen.

Warme Mahlzeit am Tag immer seltener die Regel

Zu den Resultaten gehört: Eine warme Mahlzeit am Tag ist für immer weniger Menschen in Deutschland die Regel. Denn dies gilt nur noch für 45 Prozent der Befragten (2009: 55 Prozent). Die Hauptmahlzeit nehmen auch immer weniger Menschen zur Mittagszeit ein. Vor zehn Jahren aßen noch 47 Prozent ihre Hauptmahlzeit mittags; heute sind es nur noch 39 Prozent. Mit dem Abendessen ist so fast ein Gleichstand erreicht (38 Prozent). Und das Mittagessen wird immer häufiger außer Haus eingenommen. Vor zehn Jahren aßen noch 54 Prozent mittags zu Hause; aktuell sind es noch 42 Prozent. Gleiches gilt für das tägliche Kochen: Nur noch knapp die Hälfte der Bevölkerung (52 Prozent) kocht heute jeden Tag. Genauso viele essen zu festgelegten Zeiten (52 Prozent). Auch hier entspricht das einem Rückgang von zehn Prozent. Ebenfalls ist die Zeit, die sich fürs Essen genommen wird, morgens, mittags und abends durchgehend um fünf Prozent zurückgegangen. Um den gleichen Wert stieg die Zahl derjenigen, die angaben, dann zu essen, wenn sie gerade Zeit oder Hunger haben (34 Prozent).

Gute Ernährung verliert in schwächeren sozialen Schichten an Bedeutung

Gemeinsame Mahlzeiten in der Familie haben für einen Großteil der Bevölkerung (77 Prozent) eine hohe Bedeutung. Das gilt noch mehr für Familien mit Kindern (95 Prozent). Trotzdem führt die Entstrukturierung der Gesellschaft zu immer weniger gemeinsamen Mahlzeiten unter der Woche: In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der gemeinsamen Mahlzeiten zum Frühstück oder Abendessen unter der Woche um fünf Prozent zurückgegangen, die  Mittagsmahlzeiten in Gesellschaft sogar um neun Prozent. Konsequenz: Unter der Woche isst nur noch jeder zweite sein Mittagessen in Gemeinschaft mit anderen; nur 39 Prozent frühstücken noch gemeinsam.

Für zwei von drei Befragten spielt eine gute Ernährung eine große beziehungsweise sehr große Rolle (65 Prozent). Damit hat sich dieser Wert im Vergleich zu vor zehn Jahren kaum verändert (63 Prozent). Der Unterschied zeigt sich in der zunehmenden Polarisierung: So ist der Wert in hohen sozialen Schichten von 75 auf 81 Prozent gestiegen, in schwächeren sozialen Schichten aber von 53 auf 49 Prozent gesunken. Der Abstand hat sich damit in zehn Jahren um zehn Prozent vergrößert und liegt nun bei 32 Prozent.

Für Frauen ist gute Ernährung wichtiger als für Männer

Umgekehrt ist der Wert derjenigen, die finden, dass „zu viel Wirbel“ um das Thema Ernährung gemacht wird, zwar auch nur von 48 auf 52 Prozent gestiegen, bei den gesellschaftlich schwächeren Schichten jedoch von 54 auf 66 Prozent überproportional. Ähnliche Divergenzen finden sich nahezu bei allen abgefragten Einstellungen zur Ernährung: Ob Regionalität, Saisonalität, der Verzicht auf künstliche Zusatzstoffe, artgerechte Tierhaltung, Bio- und Ökoprodukte, umweltfreundliche Verpackungen oder fairer Handel. Die Einstellung der sozialen Milieus liegt jetzt noch stärker auseinander als vor zehn Jahren .

Der Stellenwert von Ernährung unterscheidet sich auch zwischen den Geschlechtern: Für 72 Prozent der Frauen spielt gute Ernährung eine große Rolle, jedoch nur für 58 Prozent der Männer. Frauen achten deutlich mehr auf eine ausgewogene Ernährung. Für beinahe jede zweite Frau (48 Prozent) gehören Obst und Gemüse zur Ernährung einfach dazu. Nur etwa jeder vierte Mann (27 Prozent) sieht das genauso.

Mehr Infos unter www.nestle.de