Beim RAL Symposium Ernährung am 9. Februar 2026 auf der Intergastra in Stuttgart diskutierten rund 60 Entscheider:innen aus Beratung, Küche und Management über nachhaltige Strategien für die Gemeinschaftsgastronomie. Im Mittelpunkt standen Wirtschaftlichkeit, Qualitätsstandards und digitale Lösungen für eine zukunftsfähige Verpflegung.
Unter dem Motto „Zukunft schmecken: Wie nachhaltige Ernährung Gesundheit, Genuss und Verantwortung vereint“ hatte die Gütegemeinschaft ErnährungsKompetenz (GEK e.V.) zum fachlichen Austausch eingeladen .
Den Auftakt bildete ein finnisches Frühstück, das das Gastland Finnland in den Fokus rückte. In einer Podiumsdiskussion mit dem finnischen Botschafter Kai Sauer sowie Expert:innen beider Länder diskutierte Claudia Zilz (Chefredakteurin gvpraxis), was Deutschland vom finnischen Modell der Schulverpflegung lernen kann. Das Fazit laut Presseinformation: Wertschätzung für Lebensmittel beginne bei der Struktur des Angebots .
Ein zentrales Thema war die Rolle der Küche als strategischer Erfolgsfaktor. Sören Kube (Leaf Consulting GmbH) und Armin Storm (Schwarzwald-Baar Klinikum) stellten dar, dass eine Klinikküche nicht ausschließlich als Kostenstelle zu betrachten sei. Mit einem Frischegrad von 90 % und der Erschließung externer Kundenmärkte zeigten sie laut Mitteilung, dass Qualität als Wachstumsmotor wirken kann .
Laura Schiefer (Primus Service GmbH) erläuterte, wie sich Nachhaltigkeit über Qualitätsverträge und messbare Ziele strukturell verankern lässt. Susanne Lange, Geschäftsführerin der GEK, gab zudem Einblicke in das neue RAL Gütezeichen Nachhaltige Gastronomie. Dieses befinde sich aktuell im Anerkennungsverfahren und solle ab Frühjahr 2026 einen Branchenstandard für Gemeinschaftsverpflegungsbetriebe darstellen .
Künstliche Intelligenz und Qualitätsmanagement in der Praxis
Wie digitale Technologien Ressourcen schonen können, zeigte Ladina Schaffhauser (KITRO). Mithilfe von Künstlicher Intelligenz würden Lebensmittelabfälle in Echtzeit analysiert, so die Presseinformation . Unter dem Titel „Essen mit System“ präsentierten Matilda Foodtech, Qnips und Hospichef vernetzte Daten-Hubs sowie KI-basierte Prognosen für die Care-Verpflegung. Ziel sei es, den „operativen Blindflug“ zu beenden und Prozesse effizienter zu steuern .
Yvonne Bahr (AlsterFood GmbH) stellte mit dem interaktiven Format „True Crime in der Großküche“ ein praxisnahes Konzept für Qualitätsmanagement vor. Ihre zentrale Botschaft: „Eine echte Sicherheitskultur lebt in den Köpfen des Teams, nicht in staubigen Ordnern“ .
Zum Abschluss thematisierte Sarah Schocke die Verpflegung in Kitas und Schulen. Axel Dröge präsentierte in diesem Zusammenhang das RAL Gütezeichen Qualitätsprodukt Gemeinschaftsgastronomie als Orientierung für Betriebe .
Einordnung und Hintergrund
Zum Abschluss resümierte die GEK e.V.: „Die Branche steht an einem Wendepunkt.“ Weiter heißt es: „Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Genuss sind keine Gegensätze, sondern die drei Säulen einer modernen, verantwortungsbewussten und wirtschaftlich erfolgreichen Gemeinschaftsverpflegung“ .
Die Gütegemeinschaft Ernährungs-Kompetenz e.V. setzt sich für Qualitätsstandards in der Gemeinschaftsgastronomie ein und vergibt RAL Gütezeichen als unabhängige Nachweise für Qualität und zukunftsfähiges Handeln
Quelle: www.gek-ev.de