Ausbildung ist Teamleistung – das Interview mit Daniel Schade

Der VKD Ausbilder des Jahres soll junge Leute bei Ihrer Suche nach dem passendem Ausbildungsbetrieb unterstützen. Foto: VKD
Petra Münster13.06.2019MAGAZIN | Karriere

KÜCHE: Herr Schade, aus dem ehemaligen Top Ausbilder wird jetzt der „VKD Ausbilder des Jahres“. Was sind die Gründe dafür?
Daniel Schade:
 Wie Sie ja wissen, haben wir Anfang des Jahres den Verlag für unser Magazin KÜCHE gewechselt, weil wir als Verband neue Wege gehen möchten. Dieser Neubeginn schließt auch den Ausbilder-Award mit ein, den wir künftig näher an den Qualitätskriterien des VKD ausrichten wollen. Daher auch die geänderte Namensgebung.

Das heißt, der VKD hat mit dem „Top Ausbilder 2020“, der vom ehemaligen Verlag EPPG über Facebook angekündigt wurde, nichts zu tun?
Richtig. Die EPPG nutzt die alte Namensgebung „Top Ausbilder“ für einen eigenen neuen Award, den sie gemeinsam mit Euro-Toques Deutschland vergeben möchte. Damit hat der VKD nichts zu tun und wird dies auch nicht unterstützen. Wir wollen, wie gesagt, mit dem VKD Ausbilder des Jahres eigene Wege gehen.

Wie sieht das genau aus?
Der VKD Ausbilder des Jahres, den wir 2019 erstmals vergeben, wird von einer Expertenjury aus den Betrieben gewählt, die nachweislich bereits die strengen Vorgaben des VKD-Siegels „Qualifizierter Ausbildungsbetrieb“ erfüllen. Die Expertenjury unter meinem Vorsitz, die aus Köcheausbildern mit teilweise jahrzehntelanger Erfahrung besteht, wird die Besten unter den „Qualifizierten Ausbildungsbetrieben“ vor Ort besuchen und Ausbilder sowie ihre Auszubildenden noch einmal intensiv persönlich befragen. Zusätzlich werden die zuständigen IHKs einbezogen. Der Betrieb, der hier am besten abschneidet, wird von der Expertenjury dann zum „VKD Ausbilder des Jahres“ gekürt. 

Was ist der wichtigste Unterschied zum früheren Award?
In der Vergangenheit haben wir die einzelne Person, den sogenannten „Top Ausbilder“, in den Vordergrund gestellt. Mit dem VKD Ausbilder des Jahres wollen wir den Ausbildungsbetrieb als Ganzes auszeichnen, denn Ausbildung ist letztlich immer auch Teamleistung. Außerdem können sich die Betriebe jetzt nicht mehr direkt für den Ausbilder des Jahres bewerben, sondern müssen sich zuerst im Verfahren „Qualifizierter Ausbildungsbetrieb“ bewähren. Damit bauen wir eine weitere Qualitätsstufe ein. Das Problem ist doch, dass bei uns jeder ausbilden kann, der einen entsprechenden Ausbildereignungsschein hat. Über die Qualität der Ausbildung sagt das allein aber wenig aus. Junge Leute auf der Suche nach einer Lehrstelle tun sich oft schwer damit, sich für einen Ausbildungsbetrieb zu entscheiden. Genau hier setzen wir mit dem zweistufigen Verfahren „Qualifizierter Ausbildungsbetrieb“ und „VKD Ausbilder des Jahres“ an. 

Und wie wird man „Qualifizierter Ausbildungsbetrieb“?
Indem man sich direkt beim VKD bewirbt. Alle Infos zu den Unterlagen, die bei der Geschäftsstelle des VKD in Frankfurt einzureichen sind, findet man auf der Website https://www.vkd.com/ausbildung/qualifizierter-ausbildungsbetrieb/. Liegen die Unterlagen vor, werden sie von den Ausbildungsexperten des VKD auf Stimmigkeit überprüft. Nur wenn mindestens 75 Prozent der Kriterien erfüllt sind, erfolgt die Zertifizierung als „Qualifizierter Ausbildungsbetrieb“.

Jetzt führt der Dehoga voraussichtlich Anfang 2020 ein bundeseinheitliches Siegel für gute Ausbildungsbetriebe in Gastronomie und Hotellerie ein, in das der „Qualifizierte Ausbildungsbetrieb“ des VKD integriert werden soll. Was bedeutet das für den VKD Ausbilder des Jahres?
Der VKD Ausbilder des Jahres profitiert davon, denn er wird dann aus den Betrieben gewählt, die entweder das VKD-Siegel „Qualifizierter Ausbildungsbetrieb“ erhalten haben oder das neue Dehoga-Siegel. Der VKD-Ausbildungsexperte im Berufsbildungsausschuss hat inhaltlich maßgeblich an dem neuen Dehoga-Siegel mitgearbeitet und unsere Qualitätsstandards eingebracht.

Kann man sich jetzt noch als „Qualifizierter Ausbildungsbetrieb“ bewerben, um sich für das Finale des VKD Ausbilder des Jahres zu qualifizieren?
Die Expertenjury hat die Finalisten für 2019 zwar schon ausgewählt, allerdings wird der Award jährlich vergeben. Wer sich jetzt als „Qualifizierter Ausbildungsbetrieb“ bewährt, ist damit automatisch ab 2020 im Rennen. Mitmachen lohnt sich also in jedem Fall noch.

Wann wird der Gewinner bekanntgegeben?
Wir gehen davon aus, dass dies im September der Fall sein wird.

Vielen Dank für das Gespräch.