Aktuelle Dehoga-Umfrage zur Mehrwertsteuer auf Speisen

Dehoga Bundesverband warnt vor fatalen Folgen im Falle einer Steuererhöhung und fordert: "Sieben Prozent auf Speisen müssen bleiben!" Foto: Fokusiert/iStock/Getty Images
Redaktion 21.07.2023 AKTUELLES  |  News

12.000 Betriebsschließungen, Preissteigerungen von 15 Prozent, sinkende Umsätze und ein möglicher Abbau von Arbeitsplätzen stehen bevor, falls die Mehrwertsteuersenkung auf Speisen nicht beibehalten wird, zeigt eine aktuelle Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga Bundesverband). Um dieses Szenario zu verhindern, ruft der Verband die Kampagne „Sieben Prozent müssen bleiben“ ins Leben. 

Bei einer Heraufsetzung der Mehrwertsteuer von 7 auf 19 Prozent sehen sich laut einer aktuellen Dehoga-Umfrage 95,7 Prozent der Unternehmer gezwungen, ihre Preise um durchschnittlich 15,5 Prozent zu erhöhen. Dies hat zur Folge, dass 81,5 Prozent der Betriebe davon ausgehen, die Nachfrage würde stark (57,1 %) bis sehr stark (24,4 %) sinken. 86 Prozent der Unternehmer rechnen zudem damit, dass die Gäste stark (58,0 %) bis sehr stark (28,0 %) sparen würden. Damit einhergehend sagen 74 Prozent sinkende Nettoumsätze voraus. Die Frage, ob sie im Falle einer Mehrwertsteuererhöhung ihren Betrieb aufgeben müssten, wurde von 49,3 Prozent mit "wissen wir noch nicht" beantwortet, 43,8 Prozent verneinten die Frage. Fast 70 Prozent (67,7 %) würden ihre Investitionen reduzieren, sollten die 7 Prozent nicht beibehalten werden.

Erschwerend hinzu kommen für die Betriebe zudem die Nachwirkungen der Pandemie, so ein weiteres Ergebnis der Umfrage. Die größte Herausforderung ist der Mitarbeitermangel, den 66,4 Prozent der Unternehmer als vorrangiges Problem nennen. Weitere Belastungen sind die Tilgung coronabedingter Kredite (40,4 %), der Investitionsstau (37,1 %) und die Wiederaufstockung der Rücklagen für das Alter (34,5 %). 

Kampagne: Sieben Prozent müssen bleiben
Mithilfe der Kampagne "Sieben Prozent müssen bleiben" richtet Guido Zöllick, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverband e. V. (Dehoga Bundesverband), einen Appell an die Politik, die sieben Prozent Mehrwertsteuer auf Speisen dauerhaft beizubehalten. Um diese Forderung zu unterstützen, hat der Dehoga auf seiner Website Informationen zusammengestellt. Darunter befinden sich "Sieben Wahrheiten zu sieben Prozent Mehrwertsteuer auf Speisen", Zahlen und Fakten zur wirtschaftlichen Lage der Branche, sowie Stimmen aus der Gastronomie in Form von Video-Botschaften. Für alle, die sich der Kampagne anschließen möchten, stellt der Verband auf seiner Website Plakate und Social-Media-Kacheln (siehe Foto links) bereit. 

Dehoga warnt vor Katastrophe mit fatalen Folgen
Guido Zöllick betont, dass die bisherige Mehrwertsteuerregelung mit sieben Prozent dazu beigetragen habe, zumindest teilweise die steigenden Kosten für Energie, Lebensmittel und Personal im Gastgewerbe aufzufangen. Er warnt davor, dass eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 19 Prozent für die Branche eine "Katastrophe mit fatalen Folgen" wäre. 

In den kommenden Wochen wollen Bundestag und Bundesrat entscheiden, ob die aktuelle Regelung beibehalten oder verabschiedet wird. Seit dem 1. Juli 2020 bis aktuell Ende 2023 gilt der reduzierte Steuersatz für Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen, wobei Getränke ausgenommen sind. In den laufenden Haushaltsverhandlungen des Bundes deutet sich laut der Mediengruppe Bayern jedodch an, dass die Ampelparteien möglicherweise nicht beabsichtigen, den ermäßigten Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent auf Speisen in der Gastronomie zu verlängern. Die bis 2023 befristete Sonderregelung könnte somit zum Jahresende auslaufen.

Alle Informationen und Download-Material zur Kampagne finden Sie hier


An der Umfrage des Dehoga Bundesverbandes zu den Folgen einer Mehrwertsteuererhöhung für Speisen in der Gastronomie nahmen vom 3. bis 5. Juli 9.600 gastgewerbliche Betriebe aus ganz Deutschland teil.

www.dehoga-bundesverband.de