DEHOGA Bundesverband und DEHOGA Niedersachsen haben sich in Berlin über zentrale Themen des Gastgewerbes ausgetauscht. Im Fokus standen flexible Wochenarbeitszeit, Minijobs und Mindestlohn.
Zum Ende der parlamentarischen Sommerpause und vor dem Start in den politischen Herbst trafen sich Dirk Breuckmann, Präsident des DEHOGA Niedersachsen, und Jana Schimke, Hauptgeschäftsführerin des DEHOGA Bundesverbandes, in Berlin. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen anstehende Entscheidungen der Bundesregierung und deren Auswirkungen auf das Gastgewerbe.
Ein Schwerpunkt war die angekündigte Einführung einer flexibleren Wochenarbeitszeit. Aus Sicht des DEHOGA muss die Bundesregierung noch in diesem Jahr liefern. Kritik übt der Verband am Vorschlag von Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD), die neue Regelung nur tarifgebundenen Unternehmen zu ermöglichen. Der DEHOGA fordert, dass die Flexibilität für alle Betriebe möglich sein muss.
DEHOGA fordert Wochenarbeitszeit ohne Tarifvorbehalt
Inzwischen haben sich nach Angaben des DEHOGA 17 führende Wirtschafts- und Branchenverbände der Initiative „Wochenarbeitszeit jetzt“ angeschlossen. Sie fordern eine praxistaugliche Reform ohne Tarifvorbehalt.
Ein weiteres Thema war die Zukunft der Minijobs. Die Verbände arbeiten laut DEHOGA gegen eine weitere erhebliche Verteuerung. Die Bundesregierung hatte bereits kurz vor der Sommerpause die Anhebung des Arbeitgeberbeitrags zur gesetzlichen Krankenversicherung von 13 auf 17,5 Prozent beschlossen.
Nun droht laut DEHOGA zusätzlich eine Erhöhung der Pauschalsteuer für Arbeitgeber von zwei auf fünf Prozent. Offen ist derzeit noch, ob weitere Belastungen durch die Einführung eines Pflegesatzes für Arbeitgeber sowie durch eine mögliche Abschaffung des Opting-Out bei der gesetzlichen Rente für Beschäftigte entstehen.
Minijobs im Gastgewerbe
Nach Angaben des DEHOGA arbeitet jeder zweite Beschäftigte im Gastgewerbe auf Minijobbasis. Breuckmann und Schimke waren sich deshalb einig: „Das Versprechen der Politik, Minijobs zu erhalten, setzt voraus, dass sie auch bezahlbar bleiben.“
Auch die Entwicklung des Mindestlohns stand auf der Agenda. Erste Abstimmungen mit anderen besonders stark betroffenen Branchenverbänden haben begonnen, um einer weiteren kräftigen Verteuerung der Personalkosten gemeinsam entgegenzuwirken.
Mindestlohn und weitere Branchenthemen
Schimke informierte zudem über aktuelle Projekte der Bundesgeschäftsstelle und gab Einblicke in die Vorbereitungen der Deutschen Jugendmeisterschaft sowie des kommenden DEHOGA Branchentags. Breuckmann berichtete über die bevorstehenden Kommunalwahlen in Niedersachsen und die aktuelle wirtschaftliche Situation der niedersächsischen Hotellerie und Gastronomie.
Quelle: www.dehoga.de