Mit minijobs-erhalten.de startet der DEHOGA eine bundesweite Kampagne zum Erhalt von Minijobs. Der Verband warnt vor steigenden Arbeitgeberabgaben und beziffert mögliche Mehrkosten für das Gastgewerbe auf fast 72 Millionen Euro pro Jahr.
Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA Bundesverband) hat am 25. September 2026 in Berlin die Plattform minijobs-erhalten.de gestartet. Sie bündelt Informationen zu politischen Vorhaben, Forderungen und Dokumenten rund um Minijobs und bietet Möglichkeiten, die Kampagne zu unterstützen. Dazu gehört auch eine über openPetition laufende Petition.
Für das Gastgewerbe verweist der DEHOGA auf die Bedeutung von Minijobs für Einsätze am Abend, an Wochenenden und bei Veranstaltungen. Fast sieben Millionen Menschen arbeiten nach Angaben des Verbandes in einem Minijob. Für fast 95 Prozent sei dieser ein Hinzuverdienst beziehungsweise zusätzliche Arbeit neben Hauptberuf, Studium oder Rente. Unter Berufung auf Daten der Minijob-Zentrale gibt der Verband zudem an, dass lediglich 5,3 Prozent der Minijobber dem ersten Arbeitsmarkt zur Verfügung stünden.
DEHOGA rechnet mit 72 Millionen Euro Mehrkosten
Nach Berechnungen des DEHOGA könnten die Arbeitgeberabgaben für gewerbliche Minijobs von derzeit 31,17 auf 42,27 Prozent des Lohns steigen. Für Arbeitgeber im Gastgewerbe würden sich die Arbeitskosten dadurch nach Verbandsberechnungen voraussichtlich um fast 72 Millionen Euro pro Jahr erhöhen.
DEHOGA-Präsident Guido Zöllick erklärt: „Wer sich zum Minijob bekennt, muss ihn auch bezahlbar halten“. Nach Einschätzung des Verbands könnten die diskutierten und teilweise bereits beschlossenen Änderungen in ihrer Summe Minijobs erheblich verteuern.
Der DEHOGA fordert unter anderem, keine Pflegeversicherungsbeiträge auf Minijobs einzuführen, die Pauschsteuer bei zwei Prozent zu belassen und eine Erhöhung der Krankenversicherungsbeiträge auszusetzen. Zudem sollen nach den Vorstellungen des Verbands die Wahlfreiheit bei der Rentenversicherung und die bestehende Besteuerung erhalten bleiben.
Petition und Erfahrungen aus den Betrieben
Über minijobs-erhalten.de können Interessierte die Petition unterstützen. Die Plattform enthält darüber hinaus einen Minijob-Check, Dokumente und Belege sowie Stimmen aus der Praxis. Der DEHOGA sucht dafür auch Erfahrungsberichte von Minijobbern und Unternehmern. Sie können schildern, warum sie sich für diese Beschäftigungsform entschieden haben und welche Folgen höhere Belastungen für sie hätten. Wer sich beteiligen möchte, kann sich nach Angaben des Verbandes an seinen jeweiligen DEHOGA-Landesverband wenden.
Quelle: www.dehoga.de