DIHK-Umfrage: Zwei Drittel der Gastgewerbebetriebe mit finanziellen Problemen

Mann prüft Rechnungen und Geschäftszahlen im Betrieb
Die aktuelle DIHK-Konjunkturumfrage für den Frühsommer 2026 zeigt eine angespannte wirtschaftliche Lage im Gastgewerbe. Foto: © ChatGPT/KÜCHE
Redaktion 09.06.2026 AKTUELLES  |  News

Die wirtschaftliche Lage im Gastgewerbe bleibt angespannt. Laut DIHK-Konjunkturumfrage für den Frühsommer 2026 bezeichnen 65 Prozent der Betriebe ihre Finanzlage als problematisch.

Das Gastgewerbe steht trotz hoher Übernachtungszahlen weiter unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Nach Angaben der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) sehen 85 Prozent der Betriebe die Energiekosten und 75 Prozent die Personalkosten als größte Geschäftsrisiken. Die aktuelle Geschäftslage wird mit einem Saldo von minus 17 Punkten bewertet, die Geschäftserwartungen liegen bei minus 23 Punkten.

Finanzielle Lage vieler Betriebe verschlechtert sich

Die wirtschaftliche Belastung wirkt sich zunehmend auf die Finanzierungssituation aus. 65 Prozent der gastgewerblichen Betriebe bezeichnen ihre Finanzlage als problematisch. 34 Prozent berichten von Liquiditätsengpässen, 43 Prozent von einem Eigenkapitalrückgang. Elf Prozent nennen einen erschwerten Kapitalzugang beziehungsweise eine hohe Fremdkapitalbelastung. Jedes zehnte Unternehmen meldet eine drohende Insolvenz.

Auch die Investitionsbereitschaft bleibt gering. Der Investitionssaldo liegt bei minus 19 Punkten. Investitionen erfolgen vor allem für Ersatzbeschaffungen und Rationalisierungsmaßnahmen.

Hohe Kosten und Bürokratie belasten die Unternehmen

Neben den Energie- und Personalkosten bewerten 56 Prozent der gastgewerblichen Unternehmen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen als Geschäftsrisiko. Genannt werden unter anderem Bürokratie, Inflation, Mindestlohn, hohe Energie- und Lebensmittelkosten sowie mangelnde Planungssicherheit.

Trotz der bevorstehenden Sommersaison bleiben die Beschäftigungsabsichten verhalten. Die Betriebe spüren nach Angaben der DIHK weiterhin eine Konsumzurückhaltung bei den Gästen.

Dienstleistungswirtschaft insgesamt unter Druck

Die Entwicklung im Gastgewerbe ist Teil einer breiteren Eintrübung der Dienstleistungswirtschaft. Nur noch 27 Prozent der Dienstleistungsunternehmen bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als gut, während 23 Prozent sie als schlecht einschätzen. 31 Prozent rechnen mit einer weiteren Verschlechterung ihrer Geschäftsentwicklung. Besonders kleine Unternehmen geraten zunehmend in finanzielle Schwierigkeiten.

Fast jedes zweite Dienstleistungsunternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitenden befindet sich laut Umfrage in einer problematischen Finanzlage. Rund 22 Prozent berichten von Liquiditätsengpässen.

Die DIHK sieht branchenübergreifend hohe Arbeitskosten, Bürokratie und Dokumentationspflichten als zentrale Belastungsfaktoren. Zudem fordert die Organisation eine flexiblere Arbeitszeitgestaltung, um den Betrieben mehr Handlungsspielraum zu geben.

Quelle: www.dihk.de