DZG fordert schnellere Umsetzung der Arbeitszeitreform

Dr. Marcel Klinge, Vorstandschef der Denkfabrik Zukunft der Gastwelt, bei einem Pressetermin zur Arbeitszeitreform der Gastbranche.
Dr. Marcel Klinge, Vorstandschef der Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG), spricht sich für eine schnellere Umsetzung der geplanten Arbeitszeitreform aus. Foto: © DZG
Redaktion 20.05.2026 AKTUELLES  |  News

Die Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) fordert die Bundesregierung und die Koalitionsfraktionen auf, die geplante Flexibilisierung der Wochenarbeitszeit schneller umzusetzen. Nach derzeitigen Planungen soll die Reform frühestens zum 1. Januar 2027 in Kraft treten. Aus Sicht der DZG komme dies für viele Betriebe zu spät.

Dr. Marcel Klinge, Vorstandschef der Denkfabrik, spricht sich für ein Inkrafttreten noch vor Beginn der Sommersaison aus. „Die Unternehmen der Gastwelt, bestehend aus Tourismus, Hospitality, Foodservice und Freizeitwirtschaft, stehen unter massivem Druck durch steigende Kosten, Fachkräftemangel und volatile Nachfrage. Sie brauchen jetzt mehr Flexibilität – nicht erst im kommenden Jahr. Jeder Monat zählt“, sagt Klinge.

Die DZG verweist darauf, dass die Flexibilisierung der Wochenarbeitszeit bereits im Koalitionsvertrag vereinbart und in der Nationalen Tourismusstrategie bekräftigt worden sei. „Dass eine im Koalitionsvertrag vereinbarte, in der Nationalen Tourismusstrategie noch einmal bekräftigte und für den Bundeshaushalt kostenneutrale Maßnahme so lange auf sich warten lässt, ist schwer nachzuvollziehen“, so Klinge weiter.

Arbeitszeitreform als Entlastung für Betriebe

Nach Einschätzung der Denkfabrik gilt die Anpassung der Wochenarbeitszeit an europäische Regelungen als wichtiger Hebel, um Personal flexibler einzusetzen und besser auf Nachfrageschwankungen reagieren zu können. Besonders betroffen seien tourismus- und gastgewerbliche Betriebe, deren Geschäft stark von Saisonzeiten, Wochentagen und Tageszeiten abhänge.

Die DZG schlägt vor, den Gesetzgebungsprozess deutlich zu beschleunigen oder kurzfristig eine Erprobungsphase einzuführen. Ziel sei es, bereits zur Sommersaison Entlastungen für Unternehmen zu ermöglichen. „Die Hauptsaison der Gastwelt beginnt spätestens am 1. Juli. Das sollte der politische Taktgeber sein“, betont der ehemalige Bundestagsabgeordnete.

Appell an die Bundesregierung

Die Denkfabrik sieht in der Arbeitszeitflexibilisierung eine zentrale Voraussetzung, um die Leistungsfähigkeit der Gastwelt zu sichern und den Personaleinsatz stärker an den tatsächlichen Bedarf anzupassen.

„Wir brauchen jetzt mehr Tempo und mehr Pragmatismus“, erklärt Klinge. Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten dürfe Politik „nicht auf Zeit spielen, sondern müsse handlungsfähig zeigen, um wieder mehr Vertrauen in der Bevölkerung und Wirtschaft zu gewinnen“.

Quelle: www.zukunft-gastwelt.de