Die Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) rechnet mit steigenden Belastungen für Gastronomie und Hotellerie. In einer neuen Risikobewertung nennt sie die geplante Rentenreform, höhere Sozialabgaben und die erneute Debatte über reduzierte Umsatzsteuersätze als zentrale Risiken.
Die geplante Rentenreform könnte die Sozialversicherungsbeiträge nach Einschätzung der DZG um mindestens zwei Prozent steigen lassen. Zusammen mit der beschlossenen Mindestlohnerhöhung seien in den kommenden Jahren Personalkostensteigerungen von sieben bis acht Prozent möglich, heißt es in der am 25. Juni 2026 veröffentlichten steuerpolitischen Risikobewertung der Denkfabrik.
Debatte um Umsatzsteuer gewinnt an Bedeutung
Die DZG verweist zudem auf die anhaltende Diskussion über reduzierte Umsatzsteuersätze für Speisen und Übernachtungen. Nach Angaben der Denkfabrik gebe es im Bundesfinanzministerium Einsparüberlegungen, die auch steuerliche Vergünstigungen betreffen könnten. Zudem verweist die Organisation auf ein Gutachten aus April 2026, in dem Gastronomie und Hotellerie bei der Bewertung reduzierter Umsatzsteuersätze laut DZG die geringste ökonomische Wirkung zugeschrieben werde.
„Allein die geplante Rentenreform würde die Sozialbeiträge um mindestens zwei Prozent steigen lassen. In Kombination mit der beschlossenen Mindestlohnerhöhung könnte das in den kommenden Jahren zu Personalkostensteigerungen von sieben bis acht Prozent führen“, so DZG-Vorstandssprecher Dr. Marcel Klinge.
DZG schlägt steuerpolitisches Bündnis vor
Auch die geplanten Änderungen bei Minijobs bewertet die Denkfabrik kritisch. Nach ihrer Darstellung könnten künftig volle Sozialabgaben für Arbeitnehmer und Arbeitgeber anfallen. Vor diesem Hintergrund schlägt die DZG vor, dass sich die politischen Verbände und Organisationen der Gastwelt zu einem steuerpolitischen Bündnis zusammenschließen, um gemeinsame Positionen gegenüber der Politik zu vertreten.
Quelle: www.zukunft-gastwelt.de