Gastronomie: 15 Prozent mehr Betriebsschließungen

DZG-Vorstandssprecher Dr. Marcel Klinge fordert bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen, um dem Anstieg der Unternehmensschließungen im Gastgewerbe entgegenzuwirken.
DZG-Vorstandssprecher Dr. Marcel Klinge fordert bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen, um dem Anstieg der Unternehmensschließungen im Gastgewerbe entgegenzuwirken. Foto: © DZG
Redaktion 28.08.2026 AKTUELLES  |  News

Rund 15.000 Unternehmen im Gastgewerbe haben 2025 ihre Geschäftstätigkeit eingestellt – 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Eine Untersuchung von Creditreform und ZEW zeigt zudem: Besonders die Gastronomie steht langfristig unter Druck.

Die Zahl der Unternehmensschließungen im Gastgewerbe ist 2025 deutlich gestiegen. Rund 15.000 Unternehmen stellten ihre Geschäftstätigkeit ein. Das entspricht einem Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Laut einer aktuellen Untersuchung von Creditreform und dem Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) verzeichnet das Gastgewerbe damit unter den untersuchten Wirtschaftsbereichen den stärksten Anstieg.

„Ganze 15 Prozent mehr Unternehmensschließungen innerhalb eines Jahres sind ein deutliches Warnsignal“, erklärt DZG-Vorstandssprecher Dr. Marcel Klinge. „Wir verlieren damit – vor allem im ländlichen Raum – wirtschaftliche Substanz, die sich nicht einfach wieder aufbauen lässt. Das trifft Arbeitsplätze, Innenstädte, Ortskerne und Tourismusregionen in allen Ecken Deutschlands.“

Auch Unternehmen mit guter Bonität schließen

Über alle untersuchten Wirtschaftsbereiche hinweg entfielen 13,4 Prozent der für 2025 erfassten Unternehmensschließungen auf Insolvenzfälle. Die Untersuchung stellt zugleich fest, dass 2024 und 2025 vermehrt Betriebe mit mittlerer oder guter Bonität ihre Geschäftstätigkeit eingestellt haben.

Als mögliche Gründe nennt die Analyse vor allem hohe Energie- und Personalkosten, Arbeits- und Fachkräftemangel sowie fehlende Nachfolgeperspektiven.

Klinge erklärt: „Fakt ist also, dass nicht nur immer mehr Betriebe pleite gehen, sondern dass die Unternehmer dahinter immer öfter einfach ganz aufgeben. Hier muss die Politik jetzt gezielt gegensteuern, bevor weitere Gastwelt-Stukturen wegbrechen.“

Gastronomie seit 2020 mit negativem Saldo

Auch die Gewerbeanzeigenstatistik des Statistischen Bundesamtes zeigt über einen längeren Zeitraum eine negative Entwicklung. Von 2020 bis einschließlich Juni 2026 wurden im Gastgewerbe 206.301 Gewerbe neu gegründet und 223.336 vollständig aufgegeben. Daraus ergibt sich ein negativer Saldo von 17.035.

Besonders betroffen ist die Gastronomie mit einem Minus von 16.675. Das entspricht im Durchschnitt mehr als 2.600 Betrieben pro Jahr, die netto vom Markt verschwinden.

Erstes Halbjahr 2026 mit positivem Saldo

Für das erste Halbjahr 2026 zeigen die Zahlen zunächst eine andere Entwicklung: 19.273 Neugründungen standen 18.259 vollständigen Gewerbeaufgaben gegenüber. Daraus ergibt sich ein positiver Saldo von 1.014. Ob daraus eine dauerhafte Trendwende entsteht, lässt sich nach sechs Monaten noch nicht beurteilen.

„Die ersten Gründungszahlen für 2026 machen auf jeden Fall Mut. Eine echte Trendwende haben wir aber erst, wenn neue Unternehmen dauerhaft am Markt bestehen und zugleich weniger bestehende Betriebe aufgegeben werden. Dafür brauchen wir bessere Rahmenbedingungen für die Gastwelt – vom Bürokratieabbau über bezahlbare Energie bis zu besseren Bedingungen für Investitionen und Nachfolgen. Konkrete Vorschläge haben wir kürzlich in unserem 11-Punkte-Programm vorgelegt und werden dafür nach dem Ende der Sommerpause intensiv an möglichst vielen Stellen im Parlament und in der Bundesregierung werben“, betont Klinge.

Die Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) fordert vor dem Hintergrund der Entwicklung weitere Entlastungsmaßnahmen und verweist auf ihr 11-Punkte-Programm für mehr Wachstum in der Gastwelt.

Quelle: www.zukunft-gastwelt.de