Beim Gastwelt-Summit in Berlin hat die Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) bessere wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen für die Branche gefordert. Im Mittelpunkt standen steuerliche Entlastungen, Bürokratieabbau und niedrigere Energiekosten.
Rund 220 Führungskräfte aus Tourismus, Hospitality, Foodservice und Freizeitwirtschaft diskutierten dazu mit Vertreterinnen und Vertretern aus Bundestag und Bundesregierung über die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland.
Nach Angaben der DZG arbeiten bundesweit mehr als sechs Millionen Menschen in der Gastwelt. Die Denkfabrik sieht deshalb einen stärkeren politischen Fokus auf die wirtschaftliche Bedeutung des Sektors als notwendig an.
„Der persönliche Austausch mit den Parlamentarierinnen und Parlamentariern ist für uns alle von großer Bedeutung – gerade in Zeiten, in denen die steuerpolitischen Verteilungskämpfe immer härter werden. Nur so können wir unsere Perspektiven und Forderungen frühzeitig und proaktiv in Entscheidungsprozesse einbringen und gemeinsam mit der Bundespolitik tragfähige Lösungen entwickeln. Unser Eindruck ist, dass dieser Dialog im parlamentarischen Raum wirklich etwas verändern kann“, sagt DZG-Vorstandsvorsitzender Dr. Marcel Klinge.
Gastwelt-Summit diskutiert Energiepreise und Bürokratieabbau
Im Mittelpunkt der Gespräche standen laut Veranstaltern vor allem steuerliche Entlastungen, Bürokratieabbau, Energiepreise sowie Investitionsbedingungen und Arbeitsmarktfragen. Die DZG sieht angesichts wirtschaftlicher Herausforderungen einen engeren Austausch zwischen Politik und Branche als notwendig an.
Schirmherr des parlamentarischen Austauschs war Armand Zorn MdB, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion. Für Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche nahm Dr. Janina Jänsch, Abteilungsleiterin für Mittelstandspolitik im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, am Summit teil. Sie verwies nach Angaben der DZG auf die bereits vom Bundeskabinett beschlossene Nationale Tourismusstrategie sowie auf neue Ansätze zum Bürokratieabbau.
An einer Diskussionsrunde beteiligten sich zudem die wirtschaftspolitischen Sprecher der Bundestagsfraktionen, darunter Sebastian Roloff (SPD), Julian Joswig (Bündnis 90/Die Grünen) und Janine Wissler (DIE LINKE). Dabei ging es unter anderem um Energiepreise, Investitionsbedingungen und die Entwicklung des Arbeitsmarktes.
Fachkräftesicherung bleibt zentrales Thema der Gastwelt
Wissenschaftliche Impulse lieferte Prof. Dr. Sandra Rochnowski von der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin. Sie hob anhand aktueller Daten die Bedeutung von Mitarbeiterbindung und Arbeitgeberattraktivität hervor.
Der Gastwelt-Summit wurde laut DZG zum dritten Mal gemeinsam mit mehreren Branchenorganisationen veranstaltet. Zu den Co-Hosts gehörten unter anderem der Travel Industry Club (TIC), der Verband Internet Reisevertrieb (VIR), das Institute of Culinary Art (ICA), der Verband Deutscher Freizeitparks und Freizeitunternehmen (VDFU) sowie die Hoteldirektorenvereinigung Deutschland (HDV).
Olympische Spiele als möglicher Wachstumstreiber
Beim parlamentarischen Abend im FAZ Atrium sprach Otto Fricke, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Olympischen Sportbundes, über die Chancen einer deutschen Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele. Er verwies darauf, dass erstmals in allen Bewerberregionen eine messbar hohe Zustimmung für Olympische Spiele in Deutschland bestehe.
Für die Gastwelt könnten solche Großereignisse laut Fricke wirtschaftliche Wachstumsimpulse setzen – unter anderem durch zusätzliche Nachfrage, internationale Sichtbarkeit und langfristige Effekte für den Standort inklusive Infrastruktur.
Quelle: www.zukunft-gastwelt.de