Hotelmarkt 2026: Rekordübernachtungen bei wachsendem Margendruck

Der IHA-Branchenreport „Hotelmarkt Deutschland 2026“ zeigt aktuelle Kennzahlen zur Entwicklung der deutschen Hotellerie und analysiert Herausforderungen wie steigende Kosten, sinkende Margen und Rekordzahlen bei den Übernachtungen.
Der neue IHA-Branchenreport „Hotelmarkt Deutschland 2026“ analysiert die wirtschaftliche Entwicklung und die strukturellen Herausforderungen der deutschen Hotellerie im Geschäftsjahr 2025. Foto: Hotelverband Deutschland (IHA) e.V.
Redaktion 15.05.2026 AKTUELLES  |  News

Der Hotelverband Deutschland (IHA) hat die 25. Ausgabe seines Branchenreports „Hotelmarkt Deutschland 2026“ veröffentlicht. Die Jubiläumsausgabe analysiert die wirtschaftliche Entwicklung und die strukturellen Herausforderungen der Hotellerie im Geschäftsjahr 2025 und gilt laut IHA als „aktuellster und belastbarster Indikator des Branchengeschehens auf dem deutschen Hotelmarkt“.

Die deutsche Hotellerie konnte sich 2025 weiter stabilisieren, erreichte das Vorkrisenniveau jedoch noch nicht vollständig. Die durchschnittliche Zimmerauslastung stieg gegenüber 2024 um 0,9 Prozentpunkte auf 68,1 Prozent. Gleichzeitig sank der Netto-Zimmerpreis um 2,8 Prozent auf 109 Euro, der RevPAR verringerte sich entsprechend auf 74 Euro. Nach Angaben des Verbands befand sich der Hotelmarkt damit in einer „preisgetriebenen Konsolidierungsphase“ nach den Post-Corona-Aufholjahren.

Rekord bei Übernachtungen, mehr Insolvenzen

Mit 497,4 Millionen Übernachtungen verzeichnete das deutsche Beherbergungsgewerbe einen neuen Höchstwert. Gleichzeitig stiegen die Unternehmensinsolvenzen im klassischen Beherbergungsgewerbe um 40,1 Prozent und lagen damit deutlich über dem Vorkrisenniveau.

Der IHA verweist auf steigende Kosten in nahezu allen Bereichen, hohe Bürokratiebelastung und indexierte Mietverträge. Laut IHA gehört Deutschland im europäischen Vergleich zu den Hotelmärkten mit den höchsten Kostenstrukturen bei gleichzeitig moderaten Zimmerpreisen. Der daraus resultierende Margendruck sei daher „kein konjunkturelles, sondern ein strukturelles Phänomen“.

„Die dauerhafte Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie auf 7 Prozent zum 1. Januar 2026 ist ein großer Erfolg hartnäckiger Interessenvertretung und ein überfälliger Schritt zu fairem Wettbewerb. Gleichzeitig braucht unsere Branche jetzt wettbewerbsfähige steuerliche Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie, verlässliche Energiepreise und praxistaugliche Regeln zur Fachkräftesicherung und KI-Anwendungen. Wer die Hotellerie als Zukunftsbranche will, muss ihr die Möglichkeit geben, Zukunft aus eigener Kraft zu gestalten", erklärt IHA-Vorsitzender Otto Lindner.

Branchenreport mit Fokus auf Regulierung, Nachhaltigkeit und KI

Der rund 340 Seiten starke Report kombiniert amtliche Statistik, Branchenkennzahlen und Praxisanalysen mit Einordnungen zu Regulierung, Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz. Thematisiert werden unter anderem CSRD, Omnibus I und die europäische Verpackungsverordnung PPWR.

Bei der Erstellung des Reports arbeitete der Hotelverband erneut mit externen Branchenpartnern zusammen, darunter Christie & Co., progros GmbH, MKG-Group, HOTOUR Hotel Consulting, Apartmentservice, TREUGAST Solutions Group und TOPHOTELPROJECTS.

Der Branchenreport „Hotelmarkt Deutschland 2026“ steht IHA-Mitgliedern digital kostenfrei im Extranet des Verbands zur Verfügung. Nicht-Mitglieder können die Publikation für 395 Euro erwerben, Bildungseinrichtungen zahlen 125 Euro jeweils zuzüglich Versandkosten.

Quelle: www.hotellerie.de