Rund 180 Fachleute kamen zur PlanCon 2026 in Heiligendamm zusammen. Im Fokus standen Spültechnik, Kochen, Kühlung, Logistik und Kaffee sowie übergeordnete Themen wie KI.
Bei der von Netzwerk Culinaria veranstalteten PlanCon 2026 traf sich die Planerbranche im Grand Hotel Heiligendamm. Das Programm umfasste drei Keynotes sowie fünf Workshops zu Kochen, Kühlen, Kaffee, Logistik und Spülen. Ein wiederkehrendes Thema der Beiträge waren Wertschöpfung und Ergonomie in der Profiküche.
Meiko stellte bei der Veranstaltung erstmals öffentlich die neue Korbtransportspülmaschine Comfort R vor. Die Maschinenklasse wurde für Spülräume mit begrenzter Fläche und gleichzeitig hohem Geschirraufkommen entwickelt. Die Comfort R wird laut Netzwerk Culinaria bereits im Studierendenwerk Karlsruhe eingesetzt, wo pro Mittagessen 5.000 Geschirrteile anfallen.
Weniger Gerätepositionen im Planungsmodell
MKN stellte anhand eines Modellfalls für 2.000 Mittagessen zwei unterschiedliche Planungsansätze gegenüber. Eine bestehende Küche mit 14 Gerätepositionen wurde mit einer prozessorientierten Neuplanung mit neun Gerätepositionen verglichen. In diesem Modell reduzierte sich der gebundene Arbeitseinsatz von sechs auf vier Mitarbeitende bei identischer Produktionsmenge. Gleichzeitig sank der Invest um 50.000 Euro, die Anschlussleistung um über 80 kW.
Die prozessorientierte Variante kombinierte die multifunktionalen Geräte FlexiChef, FlexiCombi und FlexiMix mit Spezialisten der MKN Optima, darunter Induktion, Fritteuse und Kochkessel.
„Die Anforderungen haben sich komplett verändert: an den Speisenplan, zur Hygiene, und das Personal ist knapper und verfügt oft über weniger Kenntnisse“, sagte Peter Helm, Geschäftsführer Technik bei MKN.
Kühltechnik und Logistik im Blick
Cool Compact behandelte im Workshop unter anderem Hygieneausstattung, Vernetzung und aktuelle Vorgaben rund um Kältemittel. Diskutiert wurden zudem steckerfertige Geräte im Vergleich zur Zentralkälte sowie die Ausschreibung von Kühltechnik.
Viessmann Kühlsysteme beschäftigte sich mit Kühlraumkonzepten. Thematisiert wurden unter anderem Baukastensysteme und Wärmebrücken sowie deren Bedeutung für Energieverbrauch und Wirtschaftlichkeit.
Hupfer rückte Abläufe und Schnittstellen in den Mittelpunkt. Als Symptome nicht optimierter Logistik wurden unter anderem erhöhter Geschirrbruch, lange Warteschlangen und Wege, ergonomische Belastungen sowie zeitaufwendiges Suchen genannt.
Im Workshop zur Geschirrlogistik zeigte Thomas Beyer von Hupfer Beispiele aus einer Großgastronomie mit Tausenden Gästen in der Stoßzeit und Geschirrbruch in jährlich fünfstelliger Höhe. „Leider kein Einzelfall“, kommentierte Beyer. „Mehr Ordnung und Transportsicherheit bringen mobile Logistiksysteme wie die Eurobehälterwagen, die auf einer Größennorm basieren und so vieles erleichtern.“
Melitta Professional widmete sich der Technik von Kaffeeautomaten. Dietmar Krämer und Clemens Schlüter erläuterten anhand eines in seine Einzelteile zerlegten Automaten technische Aspekte der Zubereitung unterschiedlicher Kaffeespezialitäten und von Milchschaum.
KI und Arbeitswelt
Neben der Küchentechnik standen übergeordnete Themen auf dem Programm. KI-Unternehmer Julian Yogeshwar beschäftigte sich in seiner Keynote mit den Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf die Arbeitswelt. Nach seiner Einschätzung werden durch KI Arbeitsplätze verschwinden und gleichzeitig neue entstehen. KI-Agenten könnten zudem praktische Alltagsaufgaben übernehmen.
Sein Plädoyer: „Die Digitalisierung wurde im deutschen Mittelstand schon verschlafen – dem Einsatz von KI darf es nicht auch noch passieren.“
Eine weitere Keynote hielt Extremsportler Jonas Deichmann. Business-Kabarettist Dr. Oliver Tissot fasste Workshops und Vorträge zum Abschluss der Veranstaltung zusammen
Hinter der PlanCon stehen Meiko, MKN, Hupfer, Cool Compact, Viessmann und Melitta Professional. Netzwerk Culinaria ist ein Zusammenschluss von Unternehmen, Verbänden und Institutionen, der Fortbildungen anbietet.
Quelle: www.netzwerk-culinaria.de