PPWR und Verpackungsgesetz: Verbände drängen auf mehr Mehrweg

Redaktion 06.05.2026 AKTUELLES  |  News

Mit der neuen EU-Verpackungsverordnung PPWR steigen die Anforderungen an Mehrweg- und Verpackungssysteme deutlich. Umwelt- und Branchenverbände fordern deshalb im geplanten Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz stärkere Fördermaßnahmen und verbindlichere Vorgaben für Mehrweg in Gastronomie und Getränkehandel.

Die PPWR (Packaging and Packaging Waste Regulation) gibt erstmals verbindliche Ziele zur Reduzierung von Verpackungsabfällen in Europa vor. Das Verpackungsaufkommen soll bis 2030 um fünf Prozent und bis 2040 um 15 Prozent gegenüber 2018 sinken. Nach Ansicht der „Mehrweg-Allianz“ wird Deutschland diese Ziele nur mit einem deutlichen Ausbau von Mehrwegsystemen erreichen können.

Mehrwegquote stagniert in der Gastronomie

Nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe liegt die Mehrwegquote bei Getränken derzeit bei 43 Prozent. In der Gastronomie fällt der Anteil deutlich geringer aus: Bei verzehrfertigen Getränken beträgt er demnach sieben Prozent, bei Speisen lediglich 0,3 Prozent. Einweg-Plastikverpackungen dominierten weiterhin den Markt.

Die beteiligten Verbände sehen deshalb erheblichen Handlungsbedarf. Gefordert werden unter anderem Investitionen in Mehrwegstrukturen sowie finanzielle Fördermaßnahmen, um Mehrweg flächendeckend als Standard etablieren zu können. Die entsprechenden Regelungen sollen aus Sicht der Initiative im geplanten Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz verankert werden.

Im Rahmen einer digitalen Pressekonferenz am 12. Mai 2026 wollen Vertreterinnen und Vertreter aus Umweltverbänden, Getränkehandel und Brauwirtschaft konkrete Vorschläge zur Mehrwegförderung vorstellen. Zudem soll eine Informationskampagne unter dem Motto „Mehrweg ist Klimaschutz“ Verbraucherinnen und Verbraucher stärker für regionale Mehrwegsysteme sensibilisieren.

An der Initiative beteiligt sind unter anderem die Deutsche Umwelthilfe, die Stiftung Initiative Mehrweg, der Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels, PRO MEHRWEG e.V. sowie Verbände aus Getränkehandel und Brauwirtschaft.

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