Steigende Anforderungen treffen in der Kita- und Schulverpflegung auf knappe finanzielle Spielräume. Eine aktuelle Studie zeigt: Für 75 Prozent der befragten Caterer ist der Preis das wichtigste Zuschlagskriterium, während Waren- und Personalkosten zusammen 73 Prozent der Gesamtkosten ausmachen.
Rund sechs Millionen Kinder und Jugendliche werden in Deutschland täglich in Kitas und Schulen verpflegt. Nach der Studie „Zwischen Anspruch und Wirklichkeit: Kita- und Schulverpflegung im Spannungsfeld von Versorgungsauftrag, Qualität und Kostendruck“ sehen befragte Caterer Preis und geforderte Leistungen in einem Missverhältnis. Der durchschnittliche Preis für ein Mittagessen liegt der Untersuchung zufolge bei 4,21 Euro netto.
Preis ist wichtiges Zuschlagskriterium
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden wesentlich durch Waren- und Personalkosten bestimmt. Zusammen stehen sie laut Studie für 73 Prozent der Gesamtkosten. Gleichzeitig ist für 75 Prozent der befragten Caterer der Preis das wichtigste Zuschlagskriterium.
Die Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG), die die Studie in Auftrag gegeben hat, plädiert vor diesem Hintergrund für einen stärkeren Qualitätsfokus und eine Anpassung der Vergabepraxis.
Weitere Herausforderungen sind der Arbeitskräftemangel, den 60 Prozent der Befragten nennen, sowie Digitalisierung und Künstliche Intelligenz mit 55 Prozent. Der bundesweite Bioanteil liegt laut Studie im Median bei 20 Prozent.
Cook and Hold dominiert
Bei den Produktionssystemen arbeiten 80 Prozent der befragten Caterer mit „Cook and Hold“, 41 Prozent nutzen „Cook and Chill“. Darüber hinaus stellen 70 Prozent der Unternehmen zusätzlich Personal vor Ort, 62 Prozent liefern Technik und ein Drittel bietet Ernährungsbildungsangebote an.
Auch die Krisenvorsorge wurde untersucht: 75 Prozent der Caterer verfügen über Notfallpläne für Personalausfälle und 74 Prozent für Lieferkettenstörungen. Gleichzeitig beklagen 75 Prozent mangelnde politische Unterstützung.
Die Studie wurde von der DZG in Auftrag gegeben und vom Institut für Sozialinnovation (ISInova) unter Federführung von Prof. Dr. Jana Rückert-John und Dr. Alva Bonaker ausgearbeitet. An der bundesweiten Online-Befragung beteiligten sich 305 Anbieter der Kita- und Schulverpflegung. Ergänzend wurden qualitative Experteninterviews sowie eine Daten- und Literaturrecherche durchgeführt. Die Online-Befragung ist nicht repräsentativ und ermöglicht einen explorativen Einblick in den deutschen Markt.
Quelle: www.zukunft-gastwelt.de